Über unser Projekt

Was sind eigentlich Sdílené domy (Geteilte Häuser)? Es ist eine Netzwerkinitiative für mehrere Häuser, die ihren BewohnerInnen ein finanzierbares, gemeinschaftliches Wohnen in gemeinsamem Besitz bieten soll.


Der Wunsch aller Menschen ist es, würdevoll und angenehm zu wohnen. Sei es gemietet oder auch im eigenen Besitz. Immer mehr Leute in Tschechien wollen auch gemeinsam mit anderen in Wohngemeinschaften leben. Auch wir befassten uns mit der Frage, wie wir in einer Zeit steigender Mieten langfristig wohnen können. Und kamen da bei zum Schluss: Gemeinsam geht alles besser. So ist unsere Gruppe dazu gekommen, ein Modell gemeinschaftlichen Wohnens zu schaffen. Gemeinschaftlich im Sinne sowohl der praktischen Seite, als auch der rechtlichen und finanziellen Seite. Zugleich wollen wir sicherstellen, dass dieses Haus langfristig zum Wohnen dient und nicht etwa zur Spekulation. Inspiriert worden sind wir von ähnlichen Systemen unserer westlichen Nachbarn. Dabei geht es uns aber nicht ausschließlich ums Wohnen, sondern auch um die Verwaltung von öffentlichen Räumen mit einem kulturellen und gesellschaftlichen Mehrwert. Wir wollen ein konkretes Haus als erstes Projekthaus kaufen und dieses gemeinsam besitzen, verwalten und verbessern. Allmählich werden wir das Netzwerk Geteilter Häuser um weitere Projekte anderer Gemeinsachaften vergrößern. Das Netzwerk selbst ist ein Verein, der zwei Hauptfunktionen hat: Den Verkauf und der Kommerzialisierung von Häusern zu unterbinden (Veto-Recht). Alle Hausprojekte werden so „für immer“ dem kapitalistischen Markt entzogen. Außerdem wird er neuen Projekten praktische, rechtliche sowie finanzielle Unterstützung bieten.

Erstes Haus Vlaštovka (Schwalbe)

Das erste Projekt der Geteilten Häuser, mit dem wir zeigen wollen, dass dieses System realisierbar und lebensfähig ist, auch in den tschechischen rechtlichen und gesellschaftlichen Bedingungen, wurde von uns Vlaštovka (Schwalbe) genannt. Wir glauben, dass die erste Schwalbe noch keinen Sommer macht und hoffen, dass sich zu unserem ersten erfolgreichen Projekt noch weitere Gemeinschaften anschließen. Vlaštovka wird von uns in Prag in den Räumen eines leeren Stadthauses oder eines anderen ähnlichen geeigneten Raumes realisiert werden. Die Gemeinschaft von 20 bis 30 HausbewohnerInnen wird auf nichthierarchischer Basis geregelt werden.

Die finanzielle Seite

Ein Haus in Prag oder auch an anderen Orten zu erwerben, ist finanziell sehr aufwendig. Allerdings profitieren wir davon, dass es vorteilhafter ist, ein ganzes Mehrparteienhaus zu kaufen als nur einzelne Wohnungen. Das Geld für den Kauf wird sich aus mehreren Quellen zusammensetzen. Der größte Einzelposten wird ein Kredit von einer Bank sein, für den wir mit dem gekauften Haus haften. Weitere wichtige Quellen sind verzinste Direktkredite von den HausbewohnerInnen und anderen UnterstützerInnen, die eine sinnvolle Anlage für ihr Geld suchen. Beides wird allmählich von den Mieten abgezahlt, die von den Hausbewohnern bezahlt werden.

Geteilte Häuser und Eigentum

Einer der Grundsteine der Struktur Geteilter Häuser ist die Regel, dass keineR der HausbewohnerInnen einen Eigentumsanteil an einem Haus oder einer Wohnung erwirbt. Die Wohnfläche gehört denen, die drin wohnen, solange sie dort wohnen. Bei einem Auszug wird kein Geld ausgezahlt, außer natürlich in Form von Raten für eventuell vergebene Kredite.

Wo funktioniert das bereits?

Ein ähnliches System funktioniert schon in mehreren Ländern. Am weitesten sind unsere deutschen Nachbarn, wo unter der Beteiligungsgesellschaft “Mietshäusersyndikat“ bereits etwa 120 Mietshäuser vereinigt sind. Eine große Inspiration ist für uns ein vor kurzem gegründetes Netzwerk “Habitat“ in Österreich mit einer Handvoll frischer Hausprojekte.